30.09.2020 - Grippezeit in Kitas

Immer richtig Lüften mit der CO2-App

CO2-Timer App

Sind viele Menschen gemeinsam über längere Zeit in einem geschlossenen Raum, erhöht sich die potenzielle Gefahr einer Vireninfektion. Wie kann unter diesen Bedingungen in der kalten Jahreszeit eine möglichst sichere und gesunde Kindertagesbetreuung aussehen? Eine wichtige Rolle spielt die richtige Belüftung.

Grundsätzlich gilt: Es sollte häufig und ausgiebig gelüftet werden. Dazu sollten die Fenster komplett geöffnet und nicht nur gekippt werden. Ein Indikator für eine gute Raumluft ist die CO2-Konzentration im Raum. Der allgemein als akzeptabel eingestufte Wert von 1.000 ppm sollte in der Zeit der Epidemie soweit wie möglich unterschritten werden. Mit der CO2-App lässt sich die CO2-Konzentration in Räumen berechnen und die optimale Zeit und Frequenz zur Lüftung bestimmen. Mit der App kann so ein Lüftungsplan für alle regelmäßig genutzten Räume der Einrichtung aufgestellt werden. Da geöffnete Fenster jedoch eine Absturzgefahr für Kinder darstellen, wird eine angemessene Aufsicht benötigt.

Kommen raumlufttechnische Anlagen (RLT) zum Einsatz, ist Folgendes zu beachten: Die Betriebszeiten von RLT-Anlagen sollten vor und nach der Nutzungszeit der Räume ausgeweitet werden. Wenn möglich sollte der Außenluftanteil maximiert werden, um die Konzentration möglicherweise virenbelasteter Aerosole zu reduzieren. Ein Umluftbetrieb von RLT-Anlagen ohne geeignete Filter (zum Beispiel H13- oder besser H14-Schwebstofffilter nach DIN EN 1822-1:2019-10) sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Geräte im Umluftbetrieb wie zum Beispiel Ventilatoren sollten in Gemeinschaftsräumen gar nicht genutzt werden.

Ungeachtet des Themas Belüftung gelten weiterhin folgende Empfehlungen, um die Sicherheit und Gesundheit aller Kinder und Erwachsenen in der Kindertagebetreuung zu gewährleisten.

  • Einhaltung der Abstandsregeln zwischen den Erwachsenen und Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen, wenn der Abstand bei der Übergabe der Kinder nicht sichergestellt werden kann
  • Kontaktreduzierung durch Bildung fester Gruppen
  • Einhaltung der Hygieneregeln wie regelmäßiges Händewaschen und Oberflächenreinigung
  • Allgemeine Vorsorgeregeln, zum Beispiel zu Hause bleiben bei Krankheitssymptomen

Mit der SARS-Cov-2-Schutzstandard Kindertagesbetreuung hat die gesetzliche Unfallversicherung bereits im Frühsommer ein Maßnahmenpaket entwickelt, um Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege bei der Umsetzung einer möglichst sicheren und gesunden Betreuung zu unterstützen. Der Schutzstandard wurde nun vor dem Hintergrund des fortschreitenden Erkenntnisstands aktualisiert.

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