Notbetreuung (Kita)

Die FAQ's ersetzen nicht die durch den Träger durchzuführende Gefährdungsbeurteilung, welche gegebenenfalls den behördlichen Vorgaben oder dem Stand der Technik (z. B. Angaben des RKI) angepasst werden müssen.

Sind Einrichtungen u. U. länger geschlossen als sonst üblich, muss nach der Wiederaufnahme des Betriebes sichergestellt werden, dass in den Wasserleitungen eine Legionellenbelastung ausgeschlossen werden kann.

Im Hinblick auf Hygienepläne sollte sich der Träger der Kindertageseinrichtung unbedingt bei der zuständigen Landesbehörde über mögliche spezielle Regelungen zur aktuellen Situation informieren (z. B. Hygienemaßnahmen, Pandemiepläne, etc.)

Denken Sie daran die Betriebsanweisungen spezifisch für Desinfektionsmittel + Bio-Stoffe wie dem Coronavirus anzupassen und das pädagogische Fachpersonal darin zu unterweisen.

Weitere Informationen: Empfehlungen für Kitas zum Umgang mit SARS CoV-2 und Empfehlungen für Schulen zum Umgang mit Sars-CoV-2.

Welche Masken sind für Kita-Mitarbeiter*innen sinnvoll? Gibt es Empfehlungen der UKH?

Zum Schutz vor SARS-CoV 2 kommen je nach Infektionsgefahr unterschiedliche Schutzartikel zum Einsatz. Unterschieden werden dabei im wesentlichen Masken, die als Behelfs-Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) aus handelsüblichen Stoffen hergestellt werden (sog. "Community-Masken") und solche, die wegen gesetzlicher Vorgaben und technischer Normen eine spezifizierte Schutzwirkung haben wie der medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS), oder filtrierende Halbmasken (Atemschutzmasken FFP1 bis 3). Das Tragen von Atemschutzmasken (FFP1-3) ist entsprechend der durchgeführten Gefährdungsbeurteilung in der Regel nur dann erforderlich, wenn Beschäftigte ein besonders hohes Risiko haben, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren und direkten Kontakt zu infizierten Personen oder infektiösem Material haben, beispielsweise im Gesundheitswesen oder bei der Labordiagnostik. Personen, die Atemschutzmasken tragen sind, müssen unterwiesen werden und es muss eine arbeitsmedizinische Vorsorge sichergestellt werden.

Der Einsatz Mund-Nase-Bedeckungen (MNB) oder Mund-Nase-Schutz (MNS) kann bei korrektem Umgang einen Beitrag zur Verringerung des Risikos leisten, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken (Fremdschutz). Für Kinder wird das Tragen von MNB oder MNS wegen der Gefahr für unsachgemäßen Gebrauch (Spiel mit und Tausch von Mund-Nasen-Schutz) nicht befürwortet, denn das Risiko einer Infektion könnte sich so sogar erhöhen.

Beschäftigte, Erziehungsberechtigte und sonstige erwachsene Personen sollen, wenn das Abstandsgebot von 1,5 m untereinander nicht eingehalten werden kann, Mund-Nasen-Bedeckungen oder einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Vorrang hat jedoch das Einhalten des Mindestabstands. Die Entscheidung über das Tragen von MNB oder MNS im Rahmen der Betreuungsaufgaben obliegt den Trägern und pädagogischen Fachkräften, die einvernehmliche Lösungen entwickeln sollten, bzw. den Kindertagespflegepersonen.

Nachfolgend eine Übersicht für Beispiele des situationsbedingten Einsatzes von Mund-Nasen-Bedeckungen/Mund-Nase-Schutz

 

SituationMund-Nasen-Bedeckung
Beschäftigte im Kontakt mit Eltern, z.B. Bring- und AbholsituationEmpfohlen
(Für Beschäftigte und Eltern, vor allem, wenn 1,5 m Abstand nicht eingehalten werden kann)
Beschäftigte im Kontakt untereinanderEmpfohlen
(Für Beschäftigte und Eltern, vor allem, wenn 1,5 m Abstand nicht eingehalten werden kann)
Beschäftigte im Kontakt mit externen (z.B. notwendige Fachdienste, Lieferanten)Empfohlen
Kinder im Kontakt untereinanderNein
Kinder nehmen Kontakt zu Beschäftigten aufNein
Beschäftigte im Kontakt zu KindernEmpfohlen (in vorhersehbaren und planbaren Situationen)
Es wird die Analyse kritischer Hygienesituationen im pädagogischen Alltag empfohlen
Pflegerische Tätigkeiten der Beschäftigten, z.B. Wickeln, Erste-Hilfe-Maßnahmen oder das Auftragen von SonnencremeEmpfohlen

Bei der Betreuung von Kindern kann nicht vollständig auf Körperkontakt verzichtet werden. Ist es dann sinnvoll, Handschuhe zu tragen? Wenn ja, welche Handschuhe?

Da durch das Tragen von Einmalhandschuhen kein 100%-iger Schutz vor einem Hautkontakt mit Corona-Viren erzielt werden kann (Handschuhe können undicht sein oder beim Ausziehen wird die Außenseite des Handschuhs ggf. berührt), müssen die Hände nach dem Ausziehen der Handschuhe immer desinfiziert oder gründlich gewaschen werden.

Geeignete Einmalhandschuhe sind solche nach DIN 374. Sie sind als persönliche Schutzausrüstung zugelassen und auch bei geringen chemischen Gefährdungen (Reinigungs- und Desinfektionsmittel) ausreichend.

Durch das Tragen von Handschuhen wird die notwendige Händedesinfektion vernachlässigt. Statt Handschuhe zu tragen sollte die grundlegende Basis-Handhygiene eingehalten werden (bspw. Hust- und Niesetikette, Händewaschen und nicht ins Gesicht fassen).

Bei Wickeltätigkeiten sollten allerdings Handschuhe getragen werden.

Kleinen Kindern kann die Notwendigkeit eines Mindestabstandes nur schwer oder gar nicht vermittelt werden. Auch eine Maskenpflicht bei Vorschulkindern lässt sich nicht umsetzten. Wie können die zu betreuenden Kinder einer Kita (im Alter von 1 bis 6 Jahren) vor einer Infektion geschützt werden?

Es ist alternativlos, den Kindern alters- und entwicklungsangemessene Verhaltensregeln (bspw. Händewaschen, Hust- und Niesetikette) zu vermitteln. Unterstützende Medien und Plakate – auch in Fremdsprachen – stehen unter folgenden Links zur Verfügung:

https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/bildungseinrichtungen.html
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/coronavirus-covid
https://hygiene-tipps-fuer-kids.de/

Wie müssen die Träger den Einsatz von Personal planen?

Die Träger müssen den Personaleinsatz so planen, dass die Gruppengrößen der zu betreuenden Kinder möglichst klein ist.

Pädagogische Fachkräfte mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf sollen nicht vorrangig zur Betreuung eingesetzt werden. Diese sollen ggf. Kontakt mit Ihrem Betriebsärztlichen Dienst bzw. Ihrem Hausarzt/Ihrer Hausärztin aufnehmen, um die Arbeitsfähigkeit abzuklären.
RKI "Krankheitsverlauf und demografische Einflüsse"

Wenn Beschäftigte erfahren, dass sie innerhalb der letzten 14 Tage Kontakt zu einer Person hatten, die mit SARS-CoV-2 infiziert ist, dürfen sie die Kindertageseinrichtung nicht betreten. Gleiches gilt, wenn Beschäftigte während der Kinderbetreuung Kenntnis erlangen, dass ein Kontakt zu einer Person bestand, die nachweislich infiziert ist.

In diesem Fall entscheidet der Träger in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt, ob diese Person weiter in der Betreuung eingesetzt werden kann und darf.
RKI "Entlassungsmanagement"

Was ist bei schwangeren Beschäftigten zu beachten?

Schwangere sind zurzeit nicht für die Kinderbetreuung einsetzbar.

Eine durchgeführte Gefährdungsbeurteilung bildet die Grundlage für die Weiterbeschäftigung von Schwangeren oder Stillenden. Sie düfen nur an Arbeitsplätzen beschäftigt werden, für die der Arbeitgeber die erforderlichen Maßnahmen festgelegt hat. Ohne Gefährdungsbeurteilung greift also ein Beschäftigungsverbot (§10 Abs. 3 MuSchG). Wird bei der Gefährdungsbeurteilung eine unverantwortbare Gefährdung festgestellt, ist bei der Umsetzung von Maßnahmen folgende Reihenfolge zu beachten:

1. Umgestaltung der Arbeitsbedingungen z. B.

  • Kontaktverbot mit Kolleg*innen, Patienten und Kunden,
  • Arbeitszeitmodelle mit Schichtarbeit oder Telearbeit.

Wenn eine Umgestaltung nicht möglich ist:
2. Umsetzung auf einen anderen Arbeitsplatz z. B. Verwaltungsarbeiten in einem unkritischen Bereich.

Wenn die Umsetzung auch nicht möglich ist, dann:
3. Freistellung von der Arbeit.

Diese Maßnahmen hat der Arbeitgeber eigenverantwortlich umzusetzen. Es bedarf hier keiner ärztlichen oder behördlichen Bestätigung. Weitere Informationen

Wann dürfen Kinder nicht betreut werden?

Kinder dürfen nicht zur Betreuung kommen, wenn sie selbst oder Angehörige des gleichen Hausstands ...

  • Krankheitssymptome aufweisen. Auch Covid-19 ähnliche Krankheitssymptome, die bspw. durch Allergien oder Erkältung ausgelöst werden können, sollten abgeklärt sein. Die betroffenen Kinder dürfen bis zur Abklärung nicht betreut werden.
  • in Kontakt zu infizierten Personen stehen oder seit dem Kontakt mit infizierten Personen noch nicht 14 Tage vergangen sind. Dies gilt nicht für Kinder, deren Eltern in der gesundheitlichen Versorgung berufsbedingt in Kontakt mit Infizierten sind.
  • bei denen innerhalb der letzten 14 Tagen vor dem beabsichtigten Besuch der Kita einer der folgenden Punkte zutrifft:
    • Einreise von jedem Staat außerhalb Deutschlands auf dem Land-. See- oder Luftweg seit dem 10. April 2020.
    • Aufenthalt in einem Gebiet, das vom Robert Koch-Institut bereits als Risikogebiet für SARS-CoV-2 festgelegt wurde oder bis zu 14 Tage nach der Ein-/ bzw. Rückreise nachträglich als solches eingestuft wurde.

Achtung: Eltern, die ihre Kinder in die Betreuung der Kita oder Kindertagespflegestelle geben, obwohl für die die festgelegten Ausnahmen nicht gelten, oder bei denen die Infektionsschutzkriterien nicht erfüllt sind, handeln ordnungswidrig.

Näheres ist auch dem Elternbrief des Hessisches Ministerium für Soziales und Integration zu entnehmen, Stand 9. April

Welche Hygieneregeln müssen von Kindern und Personal beachtet werden?

Die Technische Regel für Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege (TRBA 250) bildet die Grundlage für die hygienischen Verhaltensregeln – hier insbesondere der Abschnitt 4.1."Mindestschutznaßnahmen":

Die Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen sollen untereinander den Mindestabstand von 1,5 Metern (besser 2 Meter) und folgende Hygieneregeln einhalten:

  • Häufigeres Händewaschen während der Arbeit mit Seife inkl. Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen und Fingernägel für mindestens 20 Sekunden (Hautschutz danach nicht vergessen und Hände eincremen)
  • Desinfektion der Hände nach den Vorgaben aus dem Hygieneplan,
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge, auf keinen Fall in die Hand
  • Schutzhandschuhe und Desinfektionsmöglichkeiten im Sanitär- und Wickelbereich und für die Versorgung von Wunden bereitstellen
  • Ausstattung der Waschbecken mit ausreichend Flüssigseife und Papierhandtüchern,
  • Besteck und Geschirr bei mind. 60 ° C reinigen
  • Oberflächen, die mit den Händen berührt werden, insbesondere Türklinken, Tischoberflächen, in Kinderkrippen auch Fußböden, Spielzeuge je nach Bedarf häufiger reinigen
  • Alle 2-3 Stunden Stoß lüften

Diese Verhaltensregeln können auch mit den Kindern erarbeitet und umgesetzt werden. Ein kindgerecht illustriertes Infoblatt, wie man das gründliche Händewaschen mit Kindern üben kann, finden sie hier.

Vorbehaltlich anderer Erkenntnisse sollten die Beschäftigten in der Kindertageseinrichtungen:

  • nach dem Arbeitstag duschen und Haare waschen,
  • die Kleidung wechseln,
  • die Kleidung im Verdachtsfall bei 60 ° C waschen.

Was ist bei der Bring- und Abholsituation zu beachten?

Die bring- und abholberechtigten Personen können die Kinder wie gewohnt zur Kindertageseinrichtung bringen. Es ist nicht erforderlich, dass die Kinder schon an der Eingangstüre an die Beschäftigten übergeben werden, wenn das Abstandsgebot bei den Bring- und Abholsituationen eingehalten werden kann. Eine Ausnahme vom Abstandsgebot gilt bei der Übergabe junger Krippenkinder.

Die Kommunikation bei der Bring- und Abholsituation muss infektsicher sein. Wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, können temporäre Trennwände aus Plexiglas angebracht werden oder entsprechende Bodenmarkierungen auf die einzuhaltenden Abstände hinweisen. Wenn diese Alternativen nicht möglich sind, sollte zumindest ein Mund-Nase-Schutz getragen werden.

Es wird empfohlen, dass sich Eltern und Kinder beim Betreten der Kindertageseinrichtungen umgehend gründlich die Hände desinfizieren.

Wie sollten die Gruppen organisiert sein?

Die Gruppen sollten so klein wie organisatorisch möglich sein und sich während der Betreuungszeit nicht durchmischen. Jede Gruppe sollte möglichst immer von den gleichen Beschäftigten betreut werden, die den Kindern auch bekannt sind.

Die Infektionswahrscheinlichkeit ist im Freien geringer als in geschlossenen Räumen, deshalb sollten sich die Gruppen viel im Außengelände aufhalten. Außenbereiche, die den Mindestabstand nicht ermöglichen wie z. B. Höhlen, sollten gesperrt werden.

Wenn es möglich ist, sollten die Wasch- und Toilettenbereiche gruppenbezogen genutzt werden.

Welcher Beitrag zum Infektionsschutz kann bei der pädagogischen Arbeit beachtet werden?

Bei der pädagogischen Arbeit mit den Kindern sollten im Idealfall keine angeleiteten Aktivitäten durchgeführt werden, bei denen die Kinder in engen Körperkontakt zueinander oder zu den Betreuungspersonen kommen. Dies ist schwer umsetzbar, ebenso wie bspw. Abstandsgebote zwischen Kindern durchzusetzen oder auf erforderlichen körperlichen Kontakt bzw. körperliche Nähe der Betreuungspersonen zu den Kindern gänzlich zu verzichten.

Aber: Da sich die Infektion vordergründig durch Tröpfchen überträgt, sollte zumindest auf einen angemessenen Abstand zwischen den Gesichtern der pädagogischen Beschäftigten und den Gesichtern der Kinder hingewiesen und geachtet werden.

Was muss die Kita beim Auftreten von Krankheitszeichen veranlassen?

Die Krankheitssymptome bei Kindern sind häufig weniger stark ausgeprägt als bei Erwachsenen. Ein Kind mit Symptomen einer Atemwegserkrankung oder Fieber sollten schnellstmöglich von den Eltern zur Abklärung der Symptomatik abgeholt werden. Bis dahin sollte sich das Kind in einem separaten Raum oder in einem abgrenzbaren Bereich ohne engeren Kontakt zu den anderen Kindern oder den Beschäftigten aufhalten.

Zeigen sich während der Betreuung Krankheitssymptome bei Beschäftigten, muss die Arbeitstätigkeit sofort beendet werden. Es wird empfohlen, sich dann telefonisch an einen Arzt/eine Ärztin, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder das Gesundheitsamt zu wenden.

Weitere Informationen zu vielen Fragen (auch zu Ansteckung und Symptomen) finden Sie hier.

Wie kann die individuelle Belastung der pädagogischen Fachkräfte verringert werden?

Diese Ausnahmesituation stellt für die Beschäftigten auch eine psychische Belastung dar, die die Führungskräfte ernst nehmen sollten.

Sorgen Sie für klare Aufgabenstellungen und abgegrenzte Verantwortungsbereiche. Klare Zuständigkeitsregelungen helfen, die notwendige Orientierung und Prioritätensetzung sicherzustellen.

Informieren Sie regelmäßig über die aktuelle Situation, bevorstehende Änderungen oder getroffene und Maßnahmen. Die Kommunikationskette muss gewährleistet sein. Der kollegiale Austausch sollte hierbei ebenso wenig vernachlässigt werden wie die interne Kommunikation zu Leitung oder Trägerverantwortlichen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind die Kinder bei Bewegungsangeboten in Kooperation mit einem Sportverein (Übungsleiter*in des Vereins kommt in die Kita oder Kita-Kinder besuchen Sportstätte) gesetzlich unfallversichert?

Die Kinder sind grundsätzlich bei Bewegungsangeboten über die UKH gesetzlich unfallversichert, wenn es sich um offizielle Veranstaltungen des Kindergartens handelt. Der Versicherungsschutz besteht allerdings nur für Körperschäden – Sachschäden sind nicht abgedeckt.

Sind die Kinder bei einem gemeinsamen Fußmarsch auch auf dem Weg zwischen Kindergarten und Turnhalle gesetzlich unfallversichert?

Ja, der Versicherungsschutz besteht auf dem Weg zwischen Kindergarten und Sportstätte. Unabhängig von der Frage des Versicherungsschutzes muss selbstverständlich eine entsprechende Beaufsichtigung durch genügend Begleitpersonal von der Kita gewährleistet sein.

Besteht der gesetzliche Unfallversicherungsschutz auch, wenn die Kinder im Privat-Pkw (Eltern oder Kita-Personal) mitfahren oder der Sportverein einen Fahrdienst übernimmt?

Auch bei diesen Fahrten besteht Versicherungsschutz. Es ist u. E. jedoch wichtig, dass die Eltern der mitfahrenden Kinder im Vorfeld ihr Einverständnis schriftlich erklären.

Die Kita muss in Abstimmung mit dem Träger die als Fahrer eingesetzten Personen offiziell (möglichst schriftlich) beauftragen. Dann sind diese ebenfalls gesetzlich unfallversichert.

Selbstverständlich ist darauf zu achten, dass die Kinder entsprechend den Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung, d. h. mit geeignetem Kindersitz und Sicherheitsgurt, transportiert werden.

Die Frage der KFZ-Versicherung (bei Schäden am eingesetzten Fahrzeug) muss getrennt bewertet werden.
 

Die Erzieherin/der Erzieher hat keine Übungsleiter-Lizenz. Sind die Kinder bei den Bewegungsangeboten auch dann gesetzlich unfallversichert?

Dieser Versicherungsschutz für die Kinder besteht auch dann. Die Erzieher*innen müssen natürlich über ausreichende Fachkenntnisse verfügen, insbesondere hinsichtlich des Geräteeinsatzes und der entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen.

Welche Geräte können von den Erzieher*innen eingesetzt werden?

Sie dürfen nur solche Geräte verwenden, die sie aufgrund ihrer Aus- oder Fortbildung fachgerecht einsetzen können. Hierzu gehören u. a. Kenntnisse über Gefahren und Schutzmaßnahmen wie z. B. Fallschutz (Matten).
 

Wie sieht es mit der Nutzung von typischen Sporthallengeräten in der Vereinssporthalle aus?

Hierfür gilt ebenfalls, dass nur solche Geräte verwendet werden dürfen, für deren Einsatz seitens bei den Erzieher*innen entsprechende Fachkenntnisse vorliegen. Dies müssen die Kita-Mitarbeiter*innen und Leitungen vor der Hallennutzung klären. In diesem Rahmen sollte auch eine qualifizierte Unterweisung in der Hallennutzung (spezifische Gefahren) durch eine Sportfachkraft erfolgen.

Sind Kinder auch beim einmaligen oder gastweisen Besuch einer Tageseinrichtung versichert?

Versicherungsschutz besteht, wenn das Gastkind offiziell aufgenommen und in das Betreuungsangebot integriert wird.

Wann ist ein Kind, das von einer Tagesmutter betreut wird, gesetzlich unfallversichert?

Voraussetzung für den Versicherungsschutz der Kinder ist die Feststellung der besonderen Eignung der Tagespflegeperson. Diese erfolgt durch den Träger der öffentlichen Jugendhilfe (Jugendamt). Die Eignung der Tagespflegeperson ist Voraussetzung für den gesetzlichen Versicherungsschutz der betreuten Kinder. Kinder in privat organisierter Tagespflege sind weiterhin unversichert.


Versicherungsschutz besteht nur bei Fremdbetreuung, die Betreuung der eigenen Kinder durch die Tagespflegeperson ist nicht versichert. 

Die versicherte Betreuung kann auch im Haushalt der Eltern des Kindes stattfinden.

Der Versicherungsschutz besteht „während der Betreuung“. 

Der Begriff der Betreuung schließt daher alle Tätigkeiten des Kindes in dieser Zeit ein. Nicht im Zusammenhang mit der Betreuung stehende eigenwirtschaftliche (private) Tätigkeiten sind unversichert. Angesichts des typischen Alters der betreuten Kinder (bis drei Jahre) ist dies aber auch in tatsächlicher Hinsicht kaum möglich.

Die Kinder sind nur dann versichert, wenn die Tagespflegeperson eine Pflegeerlaubnis des Jugendamtes hat bzw. diese beantragt hat. Zur Prüfung des Versicherungsschutzes muss eine Kopie der Pflegeerlaubnis angefordert werden.

Bin ich als Tagesmutter auch bei der Unfallkasse Hessen versichert?

Tagesmütter sind grundsätzlich ebenfalls gesetzlich unfallversichert. Über den zuständigen Unfallversicherungsträger entscheidet jedoch die Form der Betreuung. 

Ist die Tagesmutter selbständig tätig (und betreut die Kinder beispielsweise bei sich zu Hause), so ist sie bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (www.bgw-online.de) versichert. Dort hat eine Meldung innerhalb einer Woche nach Aufnahme der Tätigkeit zu erfolgen. 

Betreut die Tagesmutter überwiegend Kinder einer Familie in der Familienwohnung, so wird sie als Angestellte des Haushalts angesehen. Dann ist die Unfallkasse Hessen zuständig und die Tagesmutter muss hier angemeldet werden. 
Zusätzlich ist in diesem Fall eine Meldung des Arbeitgebers (z. B. der Eltern) bei der Minijobzentrale erforderlich, wenn das Entgelt unter 400 Euro liegt.

Sind Geschwister- oder Besuchskinder während des Aufenthalts in einer Tageseinrichtung versichert?

Besuchskinder (auch Gastkinder genannt), die gelegentlich (auch nur für einen Tag) in eine Tageseinrichtung gehen und zusammen mit den anderen Kindern betreut werden, sind ebenfalls versichert. Sie müssen also bewusst und gewollt in das Betreuungskonzept der Einrichtung aufgenommen werden. Dabei handelt es sich um solche Kinder, die in eine Kindertageseinrichtung gegeben werden, ohne dass für diese Kinder ein Betreuungsvertrag mit der Einrichtung geschlossen worden ist. Meistens sind dies die kleineren Geschwister von Kindern, welche die Einrichtung regulär besuchen.  

Ebenso sind Kinder, die ansonsten in einer anderen Tageseinrichtung bzw. von einer Tagespflegeperson betreut werden und nur ausnahmsweise die Betreuungsform bzw. die Einrichtung wechseln, versichert. Dies kann z. B. in Krankheitsfällen oder in den Einrichtungsferien der Fall sein.

Ist ein Kind nur auf dem Gelände der Tageseinrichtung geschützt?

Kinder in Tageseinrichtungen sind für die Dauer des Besuchs grundsätzlich bei allen Tätigkeiten versichert. Dies gilt ausnahmsweise auch für den Toilettengang oder die Einnahme einer Mahlzeit. Der Versicherungsschutz besteht ferner auf den unmittelbaren Wegen sowie für die Zeit, in der die Tageseinrichtung die Obhutspflicht ausübt. Auch von der Tageseinrichtung veranstaltete Ausflüge, Besichtigungen etc. sind versichert. Besondere Veranstaltungen wie das Mitbringen eines Tieres in der Einrichtung aus pädagogischen Gründen oder eine Brandschutzunterweisung durch die Feuerwehr stehen ebenfalls unter gesetzlichem Unfallversicherungsschutz. Die Obhutspflicht endet mit dem erlaubten Verlassen der Einrichtung bzw., wenn die Kinder wieder den Eltern übergeben werden.

Welche Unterlagen sind erforderlich, um eine Tageseinrichtung für Kinder zu eröffnen?

Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung verlangen als Grundvoraussetzung die Beschäftigung fachlich qualifizierten Personals, d.h. zumindest die Leitung der Einrichtung muss in den Händen einer staatlich geprüften sozialpädagogischen Fachkraft liegen. Daneben sind eine Vereinssatzung, die Gemeinnützigkeitsbescheinigung des Finanzamtes sowie eine Betriebserlaubnis des Landesjugendamtes erforderlich. Abschließend benötigen wir von Ihnen den Namen und die Adresse der Einrichtung, dazu noch Anzahl und Alter der Kinder, welche die Einrichtung regelmäßig besuchen.