Krippen

Hier sieht man mehrere Kinder und eine Betreuerin, die einen Sitzkreis bilden. Die Betreuerin hat eines der Kinder auf ihrem Schoß sitzen und hält einen aufgeschlagenen Ordner in ihren Händen, aus dem sie den Kindern vorliest.

Die zunehmende Nachfrage nach Betreuungsplätzen für U 3 Kinder hat  zur verstärkten Schaffung von Krippenplätzen geführt. Diese werden in selbstständigen Einrichtungen, separaten Gruppen oder eben in altersgemischten Gruppen einer Einrichtung angeboten. Unabhängig hiervon müssen die alterspezifischen Besonderheiten der Krippenkinder berücksichtigt werden. 

Neben der altersgemäßen Gestaltung der Räumlichkeiten betrifft dies auch das Sicherheitsniveau. Hierbei zeigen sich wesentliche Unterschiede zu den üblichen Sicherheitsanforderungen in Kindergärten, da Krippenkinder

  • eine deutlich geringere Eigensicherungsfähigkeit (Gefahrenerkennung, -bewältigung)
  • andere Körperabmessungen im Hinblick auf Schutzmaße, Ergonomie etc. aufweisen.

Die geringe Eigensicherungsfähigkeit beruht insbesondere darauf, dass die Altersgruppe U 3 diverse Gefahren nicht erkennen und bewältigen kann. Aufsicht und technische Schutzmaßnahmen müssen dies kompensieren. Insbesondere Stürze, Abstürze stellen in dieser Altersgruppe ein erhebliches Verletzungsrisiko dar und bedürfen entsprechender Schutzmaßnahmen.  Die kleineren Körperabmessungen der U 3 Kinder müssen insbesondere bei Spielplatzgeräten und Brüstungs-, Treppenöffnungen berücksichtigt werden.

Die gängigen Öffnungsmaße von 12 bzw. 11 cm zwischen Füllstäben etc. gewähren für diese Altersgruppe keinen ausreichenden Schutz gegen ein Hindurchstürzen bzw. Hängenbleiben.Hier sind reduzierte Öffnungsgrößen von max. 8,9 cm erforderlich. Besondere Vorsicht ist auch bei der Nutzung von Spielplatzgeräten geboten. Diese werden in Deutschland i.d. R. für Kinder ab 3 Jahren gefertigt und weisen daher für U 3 Kinder kein ausreichendes Schutzniveau auf. Eine Nutzung durch diese Altersgruppe ist daher nur bei unmittelbarer Beaufsichtigung möglich.  Insbesondere bei der Aufnahme von Krippenkindern in eine bestehende Einrichtung (Kindergarten) stellt sich häufig die Frage, was denn alles nach- bzw. umgerüstet werden muss. 

Im folgenden sind hierzu die wesentlichen Anforderungen im Überblick dargestellt. Die detaillierten Ausführungen finden sich in der Sicherheitsregel GUV-SR S2 "Kindertageseinrichtungen".

  • Öffnungen in Brüstungen, Treppen etc. dürfen in einer Richtung eine max. Weite von 8,9 cm haben
  • Treppen im Aufenthaltsbereich der Kinder müssen durch Türgitter o.ä. gesichert werden, es sind zusätzliche Handläufe vorzusehen
  • an Wickelplätzen müssen eine ausreichende Absturzsicherung, eine Aufstiegshilfe sowie eine Handwaschmöglichkeit in unmittelbarer Nähe vorhanden sein
  • Stühle, Betten müssen den einschlägigen Normen entsprechen
  • für Finger zugängliche Öffnungen müssen kleiner als 4 mm sein
  • die Gefahr des Verschluckens von Kleinteilen zu beachten (Spielzeug, Pin-Nadeln etc.)
  • Türen benötigen im Bereich der Nebenschließkante einen Fingerklemmschutz
  • Heizkörper (ohne Abschirmung) dürfen eine max. Oberflächentemperatur von 60 Grad Celsius aufweisen
  • zugängliche Herde müssen mit einem Schutzgitter, einer Freischaltmöglichkeit ausgestattet werden
  • Sanitärobjekte Waschbecken, Toilettenschüsseln sind abgestimmt auf die Körpergröße von Krippenkindern vorzusehen
  • Gewässer, Teiche etc. müssen durch eine min. 1 m hohe Umwehrung abgeschirmt werden
  • bei der Außengeländegestaltung ist auf die Schaffung spezieller "U3 Bereiche" zu achten (Spielplatzgeräteauswahl, Geländegestaltung)
  • Haushaltsmaschinen (Waschmaschinen, Trockner etc.) sind für die Kinder unzugänglich aufzustellen