Schlafbegleitung

Der Ausbau von Krippenplätzen (Kinder bis zum vollendeten dritten Lebensjahr) nimmt nach wie vor zu. Es gibt mittlerweile viele reine Krippen, die Kinder bereits ab drei Monaten aufnehmen. Aber auch immer mehr Kitas nehmen Krippenkinder auf(ab einem Jahr, in Ausnahmefällen auch ab einem halben Jahr) und betreuen sie in reinen Krippengruppen und/oder sogenannten altersgemischten Gruppen. Die Betreuung von Krippenkinder in altersgemischten Gruppen ist mit zunehmender Altersspanne eine besondere Herausforderung, da die Bedürfnisse eines zweijährigen und eines sechsjährigen Kindes sehr unterschiedlich sind. Das gilt natürlich auch für das Schlafbedürfnis.

Insbesondere Kinder unter drei Jahren brauchen in der Regel noch einen Mittagsschlaf. Aber auch einige Kinder über drei Jahre kommen noch nicht ohne den Mittagsschlaf aus.

Folgende Fragen werden in diesem Zusammenhang immer wieder gestellt:

„Wie sind die Kinder während ihres Mittagsschlafs zu beaufsichtigen?“.
„Reicht es aus, wenn wir ein Babyphon im Schlafraum haben?“
„Müssen sich die Schlafräume in unmittelbarer Nähe der Gruppenräume befinden?“

Im Allgemeinen sollte während des Schlafens der Kinder eine durchgängige Aufsichtsführung gesichert sein. Eine kurzfristige Abwesenheit der Aufsichtsperson ist möglich, wenn als ergänzende Maßnahme eine akustische Überwachung wie beispielsweise ein Babyphon eingesetzt wird.

Im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung sollte ermittelt werden, welche Aspekte für die Betreuung im Schlafraum zu berücksichtigen sind. In die Überlegungen sind z.B. Alter und Entwicklungsstand, Gruppengröße sowie die räumliche Situation in der Kita mit einzubeziehen.

Grundsätzlich gilt, je jünger die Kinder sind und je mehr Kinder einen Mittagsschlaf halten, umso enger muss die Aufsichtsführung sein. Bei den ganz Kleinen (Babys und Kinder bis ca. zwei Jahre) sollte immer eine Erzieherin oder sonstige Aufsichtsperson im Raum sein. Bei älteren Kindern reicht eventuell auch eine Beaufsichtigung aus dem unmittelbar anschließenden Gruppenraum in den einsehbaren Schlafraum in Verbindung mit einer stichprobenhafte Kontrolle und einem Babyphon als Unterstützung aus.

Eine ausschließlich auf das Babyphon gestützte Aufsichtsführung ist keine Alternative. Dafür sind die Geräte zu störanfällig und der Lärmpegel im Gruppenraum in der Regel zu hoch. Leise Geräusche der schlafenden Kinder, die eventuell auf ein Erbrechen oder Atemnot hinweisen, könnten überhört werden.            

Aber auch die Räumlichkeiten der Kita spielen eine Rolle wie die Aufsichtsführung im Schlafraum zu gestalten ist. Ist der Schlafraum direkt neben dem Gruppenraum, kann er von außen eingesehen werden oder befindet er sich in einer größeren Entfernung zum Gruppenraum oder gar in einem anderen Stockwerk?    

Idealerweise sollten die Schlafräume in unmittelbarer Nähe der Gruppenräume liegen und eine Sichtverbindung zwischen beiden Räumen bestehen.

Dafür sprechen sowohl pädagogische als auch organisatorische Gründe wie z.B.:

  • Die Aufsichtsführung kann kurzzeitig von der aufsichtführenden Kollegin im Gruppenraum mit übernommen werden (z.B. Toilettengang...).
  • Die Kommunikation/Verständigung zwischen den aufsichtführenden Kolleginnen kann reibungslos erfolgen.
  • Die Kinder, auch die jüngeren, die ausgeschlafen haben können problemlos in den Gruppenraum gelangen.
  • Die Aufsichtsführung kann möglicherweise bei älteren Kindern zeitweise vom Gruppenraum erfolgen.

Bei weit von den Gruppenräumen gelegenen Schlafräumen stellt sich insbesondere bei Krippenkindern die Frage, wie „Frühaufwacher“ sicher zum Gruppenraum gelangen. Darüber hinaus sind  ggf. notwendige Abwesenheiten der Aufsichtsperson (Toilettengang…) nur schwierig zu überbrücken.

Es ist die gemeinsame Aufgabe von Kita und Träger die organisatorischen, räumlichen und personellen Rahmenbedingungen für eine angemessene Aufsichtsführung im Schlafraum zu sorgen.

 Weitere Informationen zur Ausstattung von Schlaf- und Ruheräumen:

  • Schlafräume sollten reiz- und geräuscharm, abdunkelbar und ausreichend zu lüften sein.
  • Zugluft ist zu vermeiden.
  • Die Beleuchtung ist dimmbar und blendfrei und außerhalb der Reichweite der Kinder angebracht.
  • Der Raum wird durch Brand- beziehungsweise Rauchmelder überwacht.
  • Etagenbetten sind für Kleinkinder wegen der Absturzgefahr nicht geeignet. Für sie sind Gitterbetten zu bevorzugen. Die Öffnungsweite der Gitterstäbe darf nach DIN EN 716 -1 an Kinderbetten zwischen 4,5 und 6,5 cm betragen.
  • Die Kinder können vom Bett aus keine Kordeln, Schnüre von Vorhängen, Bänder etc. erreichen und sie sollen keine Kettchen u.ä. um den Hals tragen (Strangulationsgefahr). Gegenstände, die verschluckt werden können, dürfen sich nicht im Bett befinden (Erstickungsgefahr durch Verschlucken).
  • Säuglinge müssen im ersten Lebensjahr ohne Kopfkissen ruhen beziehungsweise schlafen (Erstickungsgefahr).

Schlafenszeit - Artikel aus kinderkinder 2/19